Die steigende Zahl an kostenfreien Girokonten verstärkt den Konkurrenzdruck unter den Kreditanstalten stetig. Bei einigen Produkten werden speziell liquide Kunden bevorzugt behandelt; nur wer einen festgelegten Geldeingang je Monat nachweisen kann kam noch vor einiger Zeit in den Genuss einens kostenfreien Girokontos. Dem ist heutzutage erfreulicherweise nicht mehr so. Beispielsweise bei der Commerzbank kann ein Girokonto lediglich dann gebührenfrei geführt werden, wenn der Kunde Geldeingänge von min. 1.200 € hat. Im Besonderen Geringverdiener sollten darum vor Abschluss eines kostenfreien Girokontos das Kleingedruckte sorgsam begutachten. Denn des Öfteren sind die monatlichen Gebühren bei nicht-vollbringen des Mindestgeldeingangs vergleichsweise hoch.
Doch auch Leute ohne gleichmäßigem Einkommen vermögen bei einigen Kreditinstituten in den Genuss eines vergütungsfreien Girokontos kommen. Hier werden keine Mindesterfordernisse gestellt. Das “Top-Girokonto” der Norisbank ist ein solches Bankkonto. Es bietet ein fortlaufend vergütungsfreies Abrechnungskonto mit optionaler Mastercard an. Diese ist in Zusammensetzung mit dem Girokonto ebenfalls beitragsfrei und gewährt weltweit kostenloses Abheben von Bargeld. Die Bargeldeinzahlung kann zudem -im Unterschied zum DKB Cash der Deutschen Kreditbank- an einem Schalter in einer eigenen Außenstelle gebührenfrei durchgeführt werden.
Ein ohne Vorbehalt kostenfreies Girokonto sucht man bei den weit verbreiteten Sparkassen bislang allerdings erfolglos. Bei der Postbank muss ein monatlicher Geldeingang von min. 1000,- Euro stattfinden, damit das Girokonto umsonst ist, sonst wird eine Gebühr von 5,90 Euro erhoben. Zudem muss hier mit Gebühren für die Benutzung der Visa-Card gerechnet werden, die nur im ersten Jahr kostenlos ist. Bedingungslos zum Nulltarif ist dieses Produkt allerdings für junge Personen bis 22 Jahre, Auszubildende und Studenten.
Zu den rühmenswerten Ausnahmen bei den Sparkassen – die sonst noch Kontoführungsgebühren erheben – gehört die Sparkasse Karlsruhe, die bereits 2007 ein gebührenfreies Girokonto bei einem Mindestgeldeingang von 1250,- Euro anbietet. Das wirklich weite Filialnetz der Sparkassen ist dagegen ein angenehmer Pluspunkt für die Sparkassen. Diesen Pluspunkt gibt es bei den modernen Direktbanken meist nicht.